#hrc18: Employer Branding Barcamp der HSMA

In der vergangenen Woche war ich mit ein paar Kollegen von der Deutschen Hotelakademie beim HSMA Employer Branding Barcamp im Schloss Hohenkammer. Es war mein zweites Barcamp und es war wieder einmal grandios, inspirierend und sehr intensiv.  

Wer den Begriff „Barcamp“ noch nicht kennt und denkt, dass ich zwei Tage lang an der Bar Cocktails geschlürft habe, kann hier nachlesen, wie ein Barcamp abläuft. 

Was mir an Barcamps besonders gut gefällt, ist die offene Gesprächskultur und das Teilen von Wissen und Erfahrungen. Man ist nicht Teilnehmer, sondern TeilGEBER. In den einzelnen spricht man über das, was einen tatsächlich bewegt und interessiert, denn man gestaltet ja auch das Programm selbst mit. Wenn es einem in einer Session zu langweilig ist, nimmt man die Füße in die Hand und sucht sich eine spannendere Diskussion (ist aber bei mir bis jetzt noch nicht vorgekommen 🙂

Die Stimmung bei diesem Barcamp war ganz besonders, was an den offenen, warmherzigen und gänzlich uneitlen Menschen lag. Das Team der HSMA sowie des Tagungsortes Schloss Hohenkammer bei München haben zudem einen ganz großen Beitrag geleistet, dass man sich rundum wohlfühlte.  

Ich möchte Euch einen ganz kleinen Einblick in die Themenkomplexe einiger Sessions geben, die ich besucht habe. Da es parallel drei Sessions und somit viele Themen gab, ist dies wirklich nur ein sehr, sehr kleiner und sehr subjektiver Ausschnitt.Das wird dir auch klar, wenn du einen Blick auf den Sessionplan von Freitag wirfst: 

Recuiting ist nach wie vor DAS Thema

In Zeiten, in denen Hotels händeringend Mitarbeiter suchen, steht natürlich das Thema Recruiting nach wie vor ganz oben auf der Liste. Oder wie Teilgeberin Andrea sagte: Ich kann das Wort bald nicht mehr hören 🙂 Wie finde ich Mitarbeiter, welche Wege gibt es, Mitarbeiter aus dem Ausland zu werben, welche Personalmarketingstragien sind effektiv, wie optimiere ich den Recruitingprozess mittels Softwarelösungen wie bspw. den e-recruiter und welche Rolle spielt Social Media bei „Catching the Candidate?“ Ein sehr interessanter Fakt für mich: Solange wir nicht auf der Positivliste der Bundesagentur für Arbeit, sprich der Liste der Mangelberufe stehen, werden wir keine Unterstützung beim Rekrutieren von Mitarbeitern aus Drittstaaten für Ausbildungsplätze erhalten. Da unsere Betriebe kaum freie Stellen über die Bundesagentur für Arbeit schalten, stehen wir nicht auf die Liste, obwohl die Situation, wie wir alle wissen, auch in unserer Branche dramatisch ist. Tipp: Es sollte also jeder seinen offenen Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit melden. Selbst wenn man sich nicht viel davon erhofft, so sorgt es doch dafür, dass wir auf die Liste der Berufe mit Fachkräftemangel geraten und dann auch Mitarbeiter aus Drittstaaten in die Ausbildung integrieren können.

Zertifizierung und Auszeichnungen 

Als Organisatorin des Hospitality HR Awards habe ich natürlich aufgehorcht, als eine Teilnehmerin eine Session zum Thema Zertifizierungen und Awards vorgeschlagen hat. Die Teilnehmer der guten besuchten Session waren sich einig, dass es sich um zwei unterschiedliche Themen handelt. Bei der Zertifizierung etwa im Rahmen der Exzellenten Ausbildung ist es ein Prozess, in dem Abläufe durchleuchtet, geprüft und gegebenenfalls verbessert werden. Hier gab es viele positive Stimmen. Das Siegel Exzellente Ausbildung ist wohl für viele Betriebe beim Recruiting hilfreich. Ich hatte vor einiger Zeit darüber berichtet. Awards wie der Hospitality Awards hingegen zeichnen Konzepte bzw. einen Status Quo aus. Man war überein gekommen, dass man grundsätzlich unterscheiden muss zwischen Awards, bei denen man ein paar tausende Euro bezahlt, um sich eine Urkunde in Flur hängen zu dürfen und Wettbewerben, bei denen sich eine Jury intensiv mit den eingereichten Projekten auseinandersetzt,  wie es eben der Hospitality HR Award tut. An der Stelle sei mir auch noch der persönliche Hinweis erlaubt, dass eine Teilnahme seit 2013 kostenlos ist, wir aber auch den Wettbewerb in irgendeiner Form finanzieren müssen. Die Deutsche Hotelakademie investiert hier einen ganz großen Beitrag. Ohne Partner und Sponsoren wäre der Award mit seiner großen Veranstaltung in der Form nicht möglich. In diesem Jahr haben wir auch erst mal eine kleine Gebühr erhoben, die die Nominierten zahlen, die den Preis für ihr Employer Branding in vollem Umfang nutzen können. Wieviel so ein Award bringt, hängt auch ein Stück von dir selbst ab, wie du ihn für dich nutzt. Siehe Bodo Janssen von Upstalsboom, für den der Award in 2013 der Start für die eigene Öffentlichkeitsarbeit war und zur Veröffentlichung eines Buches, zahlreichen TV-Auftritten und einen Kinofilm geführt hat.

Ausbildung 3.0

Diese Session fand ich extrem spannend. Hier ging es um die Frage, wie man den Ausbildungsberuf wieder attraktiver gestalten kann. Sind doppelte Azubigehälter die Lösung? Hier waren sich alle einige, dass dieser Ansatz in die falsche Richtung zielt. Schließlich gibt es andere, nachhaltigere Wege, Azubis für sich zu gewinnen. Wie die vielen Betriebe zeigen, die ich in den vergangen Monaten besucht habe. Doch für welche fachlichen Kompetenzen steht der Beruf des Hotelfachmanns bzw. der Hotelfachfrau überhaupt? Hier entstand eine nicht enden wollende Diskussion. Mein persönliches Resümee: Wir müssen den Beruf neu positionieren! Schließlich haben sich auch die Aufgabenfelder im Laufe der Zeit gewandelt. Wie beim KFZ-Mechaniker, der heute Mechatroniker ist und damit auch eine gewisse Aufwertung erfahren hat. Die Diskussion hätte noch zwei Tage weitergehen können. Hier sind einfach zu viele Fragen offen, deren Antworten sicher einen großen Beitrag zu einem besseren Image der Branche beitragen könnten.

By the way: Wie eine Ausbildung attraktiv gestaltet werden kann, zeigen übrigens unsere Nominierten in der Kategorie Ausbildung am 20. September in Frankfurt und viele der hier auf dem Blog dargestellten Arbeitgeber 🙂